Der Steinmetz

 

Der Stein ist ein Material, welches die Menschen seit Urzeiten fasziniert hat. In der Höhle von Lascaux und vielen anderen finden wir auf Stein gemalte Geschichten vorzeitlicher Jäger und in der Steinzeit sind aus Stein gehauene Werkzeuge frühes Zeugnis menschlicher Kultur.

Die Faszination die vom Stein ausgeht, begegnet uns in den meisterlichen Werken der Bildhauerkunst im Ägyptens der Pharaonen, im Griechenlands zur Zeit des Perikles und in Rom in den prächtigen Statuen und Bauten der römischen Kaiser.

Römische Soldaten brachten die Steinbaukunst schließlich nach Germanien. Die Steinmetzen der Vorromanik waren vor allem Mönche und Laienbrüder, die schließlich in der Romanik als Klosterbrüderschaften von Steinmetzen von Kloster zu Kloster wanderten.

Die gotischen Bauten erforderten eine hohe Genauigkeit der Passform aller Werksteine zueinander. Deshalb gaben sich die Bauhütten, die Zünfte und die Steinmetzbruderschaften eigene Steinmetzordnungen, die nicht nur die beruflichen Abläufe, sondern auch die Beziehung der Beteiligten, der Meister, der Gesellen und Lehrlingen bestimmten.

Die gotischen Baumeister waren Steinmetzen, Steinbildhauer und zugleich Planer und Architekten. Zum ihrem Selbstverständnis gehörte es, dass sie sich z.B. mit ihren steinernen Porträts in den Bauwerken abbildeten. Sie sind namentlich bekannt und konnten nach ihren Vorstellungen in relativ großer Freiheit von ihren Bauherrn Bauwerke gestalten.

In der Renaissance und der Zeit des Barock wurden auch der Adel und das wohlhabende Bürgertum Auftraggeber der Steinmetze, sodass neben den Sakralbauten auch Profanbauten entstanden, die Zeichen von Macht und Reichtum widerspiegelten.

Auch wenn in der Neuzeit und besonders in der Moderne zunehmend andere Materialien wie Stuck im Barock und Stahlbeton im 20sten Jahrhundert die Architektur bestimmten, so verbindet doch der Steinmetz als kreativer Handwerker althergebrachten Techniken mit modernem Know-How.

Der Schwerpunkt der Tätigkeit des Steinmetzen hat sich von der Architektur heute verlagert hinzu der kreativen Gestaltung von Grabmalen und zur künstlerischen Ausschmückung von öffentlichen und privaten Plätzen, Gebäuden, Parks und Gärten.

 

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